Die Welthandelsorganisation (WTO) hat ihre Prognose für das Wachstum des weltweiten Warenhandelsvolumens im Jahr 2026 von 1,9 auf 3,9 Prozent angehoben. Die am 8. Oktober veröffentlichte Revision folgt auf ein unerwartet starkes erstes Halbjahr, getragen von Investitionen in Infrastruktur für künstliche Intelligenz und der Anpassungsfähigkeit internationaler Lieferketten trotz der Störungen im Nahen Osten.
KI-Investitionen treiben den Handel
Nach Angaben der WTO trugen KI-bezogene Waren wie Halbleiter, Server und Ausrüstung für Rechenzentren wesentlich zum Handelswachstum bei. Für 2027 erwartet die Organisation ein Plus von 4,1 Prozent im Warenhandel. Die Vorteile konzentrieren sich allerdings auf bestimmte Branchen und Volkswirtschaften und sind weltweit ungleich verteilt.
Was bedeutet das für Paraguay?
Für eine offene Volkswirtschaft mit Agrarausfuhren und Importen von Kraftstoffen sowie Investitionsgütern bietet das Umfeld Chancen und Risiken. Ein stärkerer Welthandel kann die Auslandsnachfrage stützen, doch höhere Energie-, Düngemittel- und Transportkosten belasten die Margen. Der KI-Boom führt nicht automatisch zu mehr Exporten aus Paraguay; entscheidend sind Logistik, Vernetzung und industrielle Leistungsfähigkeit.
Radar-Einordnung: Die 3,9 Prozent beziehen sich auf das erwartete Wachstum des Warenhandelsvolumens, nicht auf das Welt-BIP oder den Dienstleistungshandel. Die WTO senkte ihre Prognose für das Wachstum des Dienstleistungshandels 2026 auf 3,3 Prozent und erwartet ein globales BIP-Wachstum von 2,6 Prozent. Primärquelle: WTO, Global Trade Outlook and Statistics, 8. Oktober 2026. Abgleich mit Reuters und EFE. Keine Anlageberatung.
Quelle: WTO — Welthandelsausblick, 8. Oktober 2026
