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Paraguays Wirtschaftsaktivität steigt im August um 6,7 Prozent

Paraguays IMAEP stieg im August 2026 um 6,7 % im Jahresvergleich. Industrie legte kräftig zu, die Primärwirtschaft schrumpfte um 2,7 %.

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Wirtschaft und Märkte · Radar Inversión · 12. Oktober 2026

Paraguays monatlicher Wirtschaftsaktivitätsindikator IMAEP stieg im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,7 %. Von Januar bis August ergab sich damit ein kumulierter Zuwachs von 5,7 %, wie die am 12. Oktober veröffentlichten Zahlen der paraguayischen Zentralbank (BCP) zeigen. Hinter der Gesamtentwicklung stehen erhebliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen: Industrie und Versorgungswirtschaft wuchsen kräftig, während die Primärwirtschaft schrumpfte.

Industrie, Energie und Bauwirtschaft als Wachstumstreiber

Der sekundäre Sektor expandierte im August gegenüber dem Vorjahr um 12,2 % und verzeichnete von Januar bis August ein Plus von 5,9 %. Besonders positiv entwickelten sich Stromerzeugung und -verteilung, Wasser- und Abwasserdienstleistungen sowie das Baugewerbe, das von einer schnelleren Umsetzung öffentlicher und privater Vorhaben profitierte.

Das verarbeitende Gewerbe gehört zum sekundären Sektor und ist nicht als zusätzliche Kategorie zu addieren. Es wuchs um 8,2 % gegenüber August 2025 und um 4,2 % seit Jahresbeginn. Positive Beiträge kamen unter anderem von Speiseölen, Milchprodukten, Mühlen und Bäckereien, pharmazeutischen Produkten, nichtmetallischen Mineralerzeugnissen und Metallwaren. Andere Zweige, etwa Fleischverarbeitung, Textilien, Holz und Maschinenbau, schwächten das Ergebnis.

Dienstleistungen legen zu, jedoch nicht flächendeckend

Der Dienstleistungssektor wuchs im August um 4,5 % im Jahresvergleich; der kumulierte Zuwachs erreichte 4,9 %. Positive Entwicklungen verzeichneten Handel, Finanzdienstleistungen, Immobilienaktivitäten und Informationsdienste.

Dagegen zeigten Transport, Unternehmensdienstleistungen, Gastronomie und Hotellerie, Telekommunikation sowie haushaltsnahe Dienste eine schwächere Entwicklung. Für Investoren bleibt entscheidend, die Nachfrage in der jeweiligen Branche gesondert zu prüfen.

Rückgang im primären Sektor

Die Primärwirtschaft verzeichnete im August einen Rückgang von 2,7 % gegenüber dem Vorjahr. Im Zeitraum Januar bis August lag der Sektor dennoch 8,5 % über dem Vorjahreswert. Geringere Mengen bei Mais, Weizen, Baumwolle und Yerba Mate belasteten den Ackerbau.

Teile der Tierhaltung entwickelten sich günstiger, darunter Schweine- und Geflügelschlachtung sowie Milch- und Eierproduktion. Der gleichzeitige Rückgang im August und positive Jahresverlauf zeigen, dass die sektorale Entwicklung zeitlich und strukturell unterschiedlich ausfällt.

Bedeutung für Unternehmen und Investoren

Die Daten deuten auf ein höheres kurzfristiges Wachstum bei Energie, Infrastruktur, Baugewerbe und ausgewählten Industriezweigen hin. Sie sind aber keine automatische Anlageempfehlung. Vor Entscheidungen sind tatsächliche Aufträge, Produktionskapazitäten, Produktivität, Margen, Logistik und Finanzierungskosten zu analysieren.

Der IMAEP ohne Landwirtschaft und die binationalen Energieunternehmen stieg im August um 6,5 % im Jahresvergleich und von Januar bis August um 5,1 %. Dieser ergänzende Indikator hilft, die wirtschaftliche Dynamik außerhalb besonders stark schwankender Bereiche zu beurteilen.

Vorläufige Aktivitätsdaten, kein endgültiges BIP

Der IMAEP ist ein vorläufiger monatlicher Indikator der Produktion zu konstanten Preisen. Er ist weder die endgültige Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts noch ein direkter Maßstab für Unternehmensgewinne, tatsächliche Investitionsströme oder Steuereinnahmen.

Wichtige nächste Kennzahlen sind der September-IMAEP, die Umsatzzahlen des ECN, der reale Baufortschritt und spätere Revisionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Entscheidend ist die sektorale Differenzierung hinter dem gesamtwirtschaftlichen Plus.

Radar-Einschätzung: Das Wachstum von 6,7 % im August ist insgesamt positiv. Allerdings stehen 12,2 % Zuwachs im sekundären Sektor einem Rückgang von 2,7 % in der Primärwirtschaft gegenüber. Für Investitionen zählen die jeweiligen Branchenbedingungen und nicht nur der nationale Durchschnitt.

Exklusive redaktionelle Darstellung von Radar Inversión anhand der dem BCP zugeschriebenen Vorjahresraten. Das verarbeitende Gewerbe ist Teil des sekundären Sektors und darf nicht zusätzlich addiert werden.

Datenberichte und Methodik: Última Hora, 12/10/2026; Revista PLUS, 12/10/2026; BCP — IMAEP y metodología.

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